Samstag, 30. April 2016

NFP und Co.

Seit über einem Jahr mache ich nun NFP, natürliche Familienplanung. In dieser Zeit habe ich meinen Körper noch besser kennengelernt. Bei dieser Methode misst man jeden Morgen seine Basaltemperatur (Temperatur beim Aufwachen und vor dem Aufstehen) und beobachtet den Zervixschleim oder den Muttermund.
Das klingt zu Beginn alles sehr kompliziert, aber ich habe mich sehr schnell daran gewöhnt und finde es wirklich toll. Manche Paare nutzen es zur Verhütung um keine Hormone nehmen zu müssen, aber viele nutzen es auch um schwanger zu werden, denn dank des Zervixschleims lässt sich sehr gut bestimmen, wann die fruchtbaren Tage sind. Es ist auf jeden Fall sehr interessant. Auch bei langen oder unregelmäßigen Zyklen lässt sich NFP wunderbar anwenden.

Dies war mein 5. Zyklus. Die Hochlage sollte mindestens 10 Tage lang sein, damit sich ein befruchtetes Ei gut einnisten kann. Der Eisprung findet rund um die 1. höhere Messung (1. hM) statt. Durch den Temperaturanstieg kann man mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass es einen Eisprung gegeben hat. Der lila Balken zeigt an, dass man an diesem Tag zu 99% schwanger ist, weil dann die Hochlage 19 Tage beträgt.


Zusätzlich zu NFP nutze ich noch andere Hilfsmittel. Manche schwören auf Ovulationstests, die den LH-Anstieg anzeigen. Ich halte nicht so viel davon, da die bei mir meistens nichts angezeigt haben.
Ich unterstütze meinen Körper mit Homöopathie. Diese Seite habe ich im Internet gefunden http://kiwu.winnirixi.de/homoeopathie.html und finde die sehr übersichtlich.
Ich selbst habe bisher Frauenmanteltee getrunken, der meine Schmierblutungen deutlich reduziert hat. Einige Monate habe ich den Tee nicht mehr getrunken und da nahmen die Zwischenblutungen deutlich zu, also trinke ich ihn seit einem Monat wieder. Dann nehme ich Bryophyllum ab dem Eisprung. Beide Mittel, die ich bisher nehme sind für die zweite Zyklushälfte.
Seit dem letzten Zyklus nehme ich auch Ovaria comp. Das ist für die erste Zyklushälfte.

Es gibt etliche Mittel, die die Fruchtbarkeit steigern sollen. Ich denke da muss jeder für sich entscheiden, was einem selbst gut tut und auf was man vertraut und auch welches Mittel gut anschlägt. Dies ist keinesfalls eine vollständige Sammlung, denn dafür gibt es einfach zu viele. Ich weiß, dass viele auf Zyklustee 1 und 2 schwören.

Folsäure nehme ich seit ich weiß, dass ich ein Kind möchte. Das empfehlen wohl auch die meisten Ärzte, denn es kann gegen einen offen Rücken vorbeugen. Ich denke schädlich ist es nicht, das zu nehmen. Hier gibt es viele verschiedene Präparate und es bleibt jedem selbst überlassen welches Produkt man wählt. Auch für den Mann soll Folsäure gut sein, sie verbessert die Qualität der Spermien.

Dienstag, 26. April 2016

Hoffnungsvolles Warten

Ich habe mir nie sonderliche viele Gedanken über meinen Zyklus gemacht. Ich wusste ungefähr wann ich mit meiner Mens rechnen musste und das war es dann auch. So richtig fing das genauere Betrachten des Zykluses erst an, als der Kinderwunsch immer konkreter wurde.
Es war mir schon klar, dass nach der Menstruation irgendwann der Eisprung folgt und dann wieder die Menstruation. Ich wusste auch, dass der Eisprung nicht jeden Monat zur gleichen Zeit kommt und auch bei jeder Frau individuell ist. Durch NFP habe ich da schon einiges über meinen Zyklus erfahren können.
Aber was einem keiner nehmen kann, ist das ständige Warten und wer ist schon gerne geduldig, wenn er etwas unbedingt möchte...also ich definitiv nicht.

Es beginnt mit dem Einsetzten der Periode. Da beginnt das Warten auf den Eisprung, so etwa zwei Wochen gedulden. Mein Eisprung ist meistens um den 16. Zyklustag, mal ein bisschen früher, mal später. Diese Zeit geht meistens noch relativ gut rum. Richtig schwierig wird es dann, wenn man einen Spenderversuch hatte und vom Eisprung bis zum NMT (Nicht-Mens-Tag) warten muss. Für mich sind das immer die längsten zwei Wochen im Monat.

Und da kommen so viele Gedanken:
Es hat doch im Bauch gezwickt: Ich bin schwanger
Mir ist übel: schwanger
Ich bin ständig müde: schwanger
Ich mag das nicht mehr: schwanger
Ich habe ständig Hunger: schwanger

Diese Liste könnte ich ewig weiterführen. Auch wenn ich versuche da locker ranzugehen und nicht zu viel auf mögliche Anzeichen zu geben, klappt das nicht so gut. Mein Körper bzw. Unterbewusstsein hat es ziemlich gut raus mich zu verarschen. Deswegen gebe ich mittlerweile gar nichts mehr darauf und warte, mehr oder weniger, geduldig bis die Mens einsetzte (oder auch mal irgendwann nicht). Und dann geht das Spiel wieder von vorne los...warten auf den Eisprung...


Ich denke alle Frauen mit Kinderwunsch können mich sehr gut verstehen und so lebe ich weiter im Zwei-Wochen-Rhythmus (dank sei meinen regelmäßigen 28-Tage-Zylus)...

So warte ich momentan wieder und versuche mir nichts einzubilden. Es ist echt schwer...jeden Tag zähle ich. Heute bin ich ES+x. Das kann ich auch gar nicht abstellen. Während der Arbeit bin ich noch ganz gut abgelenkt, abends kommen die Gedanken dann, in den Träumen verfolgen sie mich weiter. Je näher es zum eigentlichen NMT geht, umso mehr beeinflussen die Gedanken meinen Alltag und ich hoffe jedes Mal so sehr.
Dieses Mal war es nicht erfolgreich, aber ich hab es erstaunlich gut weggesteckt und ich habe auch nicht damit gerechnet, dass es gleich beim ersten Versuch mit dem neuen Spender klappt. Nun heißt es „Auf in den neuen Zyklus“ und ich bin sehr optimistisch und zuversichtlich, dass es bald klappt.

Sonntag, 17. April 2016

Neuer Spender - neues Glück?

Ein paar Tage war ich wirklich down und wusste nicht wie es nun weitergehen sollte und dann ging alles ganz schnell und spontan. Ich blicke wieder optimistisch nach vorne und habe ein sehr gutes Gefühl.

Ich habe einen neuen Spender gefunden über Facebook. Habe dort mal nach Samenspendern gesucht und tatsächlich einen gefunden, der mir auf Anhieb sympathisch war und sogar aus meiner Gegend kommt. Ich habe Kontakt zu ihm aufgenommen und wir haben hin und her geschrieben. Er macht einen sehr positiven Eindruck, hat sich viele Gedanken gemacht und zeigt auch Interesse an mir als Person. Ich würde ihn als verantwortungsvollen Spender einschätzen. Er hat schon Spenderkinder und ist auch bereit das Kind kennenzulernen.

Wir werde eine offene Spende machen mit einem Vertrag. Auch das zeigt mit, dass er sich vorab Gedanken macht und nicht nur aus einer Laune heraus spendet.

Anfang April habe ich ihn persönlich getroffen und der erste Eindruck hat sich bestätigt. Wir haben uns gut verstanden uns uns zwei Stunden unterhalten, über alles mögliche. Er hat auch eine Art Vertrag dabei gehabt, wo alle wichtigen Fragen geklärt werden, so wie das alleinige Sorgerecht für mich, dass er nicht als Vater eingetragen wird und keinen Unterhalt zahlt.
Ich finde das zeugt auch davon, dass er sich wirklich mit dem Thema auseinandergesetzt hat.
Er hat ist auch kein Massenspender oder spendet parallel an andere Frauen/Paare. Er will sich dann auf eine Frau „einlassen“ und ihr auch gerecht werden. Ich fand es toll, dass er auch gleich gesagt hat, dass es auch mal sein kann, dass er verhindert ist oder andere Termine hat, aber sich dann rechtzeitig meldet.

Das ging alles so spontan und schnell, dass ich irgendwie das Gefühl habe, es muss so sein. Vielleicht ist er (endlich) der Spender auf den ich warten musste und mit ihm klappt es dann. Es waren ja wirklich nur ein paar Wochen vom ersten Anschreiben bis zum ersten Treffen. Und ich hoffe so, dass ich nicht nochmal suchen muss...


Es ist so schön, dass es wieder weiter geht und ich so meinem Wunsch hoffentlich endlich näher komme. Natürlich kann es auch hier sein, dass es ein wenig dauert bis es klappt, aber ich bin momentan so optimistisch und wer weiß, vielleicht klappt es ja ganz schnell.

Samstag, 16. April 2016

Wieder private Spende?

Ich wollte nicht untätig warten bis ich in München weitermachen konnte und suchte also nach einer günstigen Alternative. Und da gab es nur eines...wieder einen privaten Spender suchen. Also wälzte ich mich durch die Datenbank, schrieb mit einigen Männern, lehnte einige gleich ab, favorisierte andere und hatte schließlich zwei in der engeren Auswahl. Mit dem einem wollte ich mich treffen, doch dann schrieb er kurz vorm Treffen, dass er 100€ pro Spende möchte und zusätzlich das Fahrtgeld. Das kam für mich etwas überraschend und ich lehnte erstmal ab, auch weil ich noch einen anderen Mann in petto hatte. Mit diesem traf ich mich und es passte gleich. Wir verstanden uns gut und konnten uns vorstellen gemeinsam ein Kind zu zeugen. Er legte mir auch ohne Fragen gleich seinen HIV-Test vor. Ich hatte ein gutes Gefühl und war voller Vorfreude. Endlich tat sich wieder was. 




Ich hatte trotz allem etwas Bedenken, denn ich hatte ja schonmal eher negative Erfahrungen gemacht und hatte Angst und Bedenken, dass sowas wieder passiert. Ich muss auch wirklich gestehen, dass dies leider an meine persönlichen Erfahrungen mit Männern anknüpft und das vielleicht auch die größten Probleme sind mich auf einen Mann einzulassen: die Angst verlassen und enttäuscht zu werden...

Im Februar hatten wir dann einen Versuch, der leider negativ endete. Wobei mein Körper das wirklich sehr gut raus hat mich zu veräppeln und ich schaffte es wieder nicht mich nicht verrückt machen zu lassen. Meine Hoffnungen waren groß und die Enttäuschung dann doch groß, aber ich war mir sicher es würde irgendwann klappen.
Eigentlich dachte ich wir würden im März wieder einen neuen Versuch unternehmen. Ich habe ihm geschrieben wann mein Eisprung ungefähr sein wird und er meinte er würde schauen, dass es klappt. Dann tagelang nichts mehr. Ich schrieb ihm dann nochmal ob es klappt und er kommen könne, darauf kam nur, dass er als Spender nicht mehr zur Verfügung stehen würde.
Das war für mich wirklich ein Schock und wäre ich nicht in der Arbeit gewesen, hätte ich auf der Stelle losgeheult (das habe ich dann nach Feierabend im Auto gemacht).

Engel- und Teufelkärtchen

Nun stehe ich wieder planlos im Regen und fühle mich mies, traurig, einsam und hoffnungslos. Ich habe das Gefühl die Welt hasst mich und irgendjemand will verhindern, dass ich schwanger werden darf. Es gibt sicher einen Grund (der sich mir leider momentan nicht erschließt). Wie es nun weiter geht, weiß ich noch nicht genau. Wahrscheinlich einen neuen Spender suchen oder ein Lottogewinn. Dann wäre eine künstliche Befruchtung möglich...

Dienstag, 12. April 2016

Neuer Weg - KiWu-Klinik

Nach der Enttäuschung brauchte ich eine andere Alternative und habe viel zu Kinderwunsch-Kliniken im In- und Ausland gelesen und mir Informationen eingeholt. Über das SFMK-Forum habe ich von der Klinik von Dr. Berg in München erfahren. Von der Entfernung her war das machbar und die Kosten waren nicht zu hoch (abgesehen vom Spendersamen). Also machte ich einen Termin für ein Erstgespräch aus und bekam einen Termin Anfang November.
Bis dahin vertrieb ich mir die Zeit mit Spendersuche. Ich wälzte die Kataloge der Samenbanken, verwarf Favoriten und suchte mir Neue. Am Ende hatte ich eine Auswahl von sechs Spendern, die Daten hatte ich mir alle gespeichert (falls ich die nochmal brauchen sollte). Und wie sollte man sich nun entscheiden??
Der Hinweis kam aus meiner Familie, ich solle doch per Los entscheiden lassen. Die Idee fand ich gut, denn mit Entscheidungen tue ich mir ohnehin schwer und so entschied das Los und ich konnte bestellen. Da es auf einmal schon viel Geld ist, hatte ich mich entschieden erstmal nur zwei Einheiten zu bestellen. Die Versandkosten konnte ich mir mit einer anderen Frau teilen, trotzdem war es ziemlich viel Geld was ich auf einen Schlag los war.


Ich fuhr dann Anfang November mit dem Zug nach München und bummelte gemütlich durch die Stadt. Den Termin hatte ich erst am Nachmittag. Die Nervosität stieg immer mehr, aber die Vorfreude auch. Das Erstgespräch verlief sehr positiv. Dr. Berg war mir sofort sympathisch. Die Klinik ist wunderschön, in einem Altbau. Positiv fand ich, dass Dr. Berg nichts schön redet und einem nichts andrehen will. Er meinte ich sei ja noch jung und er würde mir eine einfache IUI empfehlen. Ich müsse mir aber im Klaren sein, dass die Chancen schwanger zu werden nur bei 30% liegen und da sehr viel Faktoren mit reinspielen. Es sprach nichts dagegen, es gleich in diesem Zyklus zu versuchen.
Am 19.November machte ich mich wieder auf den Weg nach München, dieses Mal mit dem Auto. Ich war total entspannt und voller Freude. Es ging alles ganz schnell, aber ohne Hektik. Das Sperma war aufgetaut (es lagerte bisher in der Praxis). Dr. Berg meinte noch es sei sehr gute Qualität um schwanger zu werden. Dann wurde mir das Sperma eingespritzt und ich lag noch einige Minuten da. Im Anschluss wurde mir Blut angenommen und zu schauen ob mein ES schon war (das hab ich nicht ganz verstanden...) und er hat mir noch viel Glück gewünscht. Ich bin wieder heimgefahren und dann hieß es warten.

Mein Vater hatte mitbekommen, dass ich in München war und wollte gerne wissen warum und dann habe ich ihm die ganze Geschichte erzählt. Ich glaube zuerst war er sehr verwundert, aber fand es dann doch gut, dass ich meinen Weg gehe. Da kann ich mich wirklich glücklich schätzen, dass ich so eine tolle Familie habe.


Ich hatte große Hoffnungen, dass es geklappt hatte, aber leider wurde mein ganzer Zyklus durcheinander gewirbelt. Dr. Berg hatte gemeint ich solle Progesteron nehmen, das unterstütze die Einnistung und dadurch hat sich meine Menstruation verschoben. Doch irgendwann kam sie dann doch, trotzallem hoffte ich, dass es geklappt haben könnte. Ich war sogar beim Frauenarzt, der mir aber dann endgültig bestätigte, dass ich nicht schwanger sei. Er bot mir aber an ab Januar ein Zyklusmonitoring (Zyklusbeobachtung) durchzuführen. Über meinen Single-Status weiß er nicht Bescheid, aber das tut ja auch erstmal nichts zur Sache.

Da sich ja irgendwie alles verschoben hatte und mein Zyklus etwas durcheinander war, wollte ich auf jeden Fall einen Monat pausieren, zumal auch Weihnachten vor der Türe stand.
Durch finanzielle Engpässe und der Wechsel meines Arbeitgebers war es mir bisher nicht möglich nochmal nach München zu fahren. So lagert dort mein zweiter Halm Sperma und wartet auf seinen Einsatz, aber ich wollte so lange nicht untätig sein und setzte mich nochmal mit der privaten Spende auseinander.

Abwarten oder weitermachen?

Zwischendurch war ich mir wirklich nicht sicher, ob ich das Richtige mache. Mache ich nicht einen großen Fehler, wenn ich alleine ein Kind bekomme? Das ist doch vollkommen unnormal?


Aber dieser Wunsch saß so tief in mir und der Gedanke an ein Kind ließ mich nicht mehr los. Ich erwischte mich, dass ich auf jede Schwangere neidisch war, ich schaute in jeden Kinderwagen und dachte immer, dass könnte auch ich sein...
Dass dieses Verhalten vor allem mir selbst schadete, merkte ich schnell und wusste ich musste etwas daran ändern. Und was ist denn schon normal...normal ist es, wenn man es als etwas Normales behandelt!

Es wurde zwischendrin mal wirklich hart für mich als mir meine Schwester erzählte, dass sie (ungeplant) schwanger war. Ich habe mich trotzdem sehr für sie gefreut, vielleicht zu Beginn sogar mehr wie sie selbst. Aber später merkte ich dann doch, dass es auch weh tat. Ich glaube für sie war es auch nicht einfach mir das zu erzählen, weil sie ja wusste, dass ich mir nichts sehnlichster wünschte. Ich glaube, es sollte so sein und für mich stand fest, ich werde es weiter versuchen und nicht aufgeben.
Irgendwann wird auch meine Zeit kommen und ich werde mein eigenes kleines Wunder im Arm halten.



Ich habe mich mit weiteren Möglichkeiten schwanger zu werden auseinandergesetzte und mich dann letztendlich für eine KiWu-Klinik entschieden.

Sonntag, 10. April 2016

Mein Weg - private Spende

Für mich stand ziemlich schnell fest, dass ich einen privaten Spender bevorzuge. Aus dem Hauptgrund, dass ich einen persönlichen Kontakt zu dem Mann habe und so eher entscheiden kann, ob ich es mir mit ihm vorstellen kann. Es muss doch irgendwie menschlich für mich stimmen (zumindest habe ich das so nach und nach feststellen können). Zudem kann das Kind seinen Erzeuger früher kennenlernen, wenn es das wünscht.

Ich habe mich auf http://www.wunschkind4you.com/ umgesehen und dort etliche Mails mit potenziellen Spendern ausgetauscht. Das war im April 2015. Ich muss gestehen, dass ich am Anfang sehr unbedacht daran gegangen bin und mir erst im Nachhinein über vieles Gedanken gemacht habe.


Mit etwas Abstand kann ich nicht genau sagen, warum ich mich mit dem ersten Mann getroffen habe. Ich habe eine Weile mit ihm geschrieben, er machte den Eindruck okay zu sein und hat auch Spenderkinder, aber (das bemerkte ich erst später) er war schon recht alt. Wir haben telefoniert und wollten uns treffen. Er wollte zu mir kommen, allerdings kam der Bahnstreik dazwischen und so bin ich ganz spontan Richtung Frankfurt gefahren und habe mir ein Hotelzimmer genommen und mich dort mit ihm getroffen.
Da gab es auch den ersten Versuch (meine Schwester war eingeweiht). Ich war mir recht sicher, dass es gleich geklappt hatte und hatte auch etliche Anzeichen, die für eine Schwangerschaft sprachen. Mittlerweile hatte ich auch meiner Mama davon erzählt. Sie war und ist immer noch etwas skeptisch und für sie wäre das nichts, aber sie unterstützt mich auf meinem Weg.
Am 22. Mai hab ich einen Frühtest gemacht (vor Fälligkeit), der hauchzart positiv war und ich war unendlich glücklich. Doch leider setze dann zwei Tage später, genau an meinem 30. Geburtstag meine Mens ein. Diesen Tag werde ich nicht vergessen :-( Meine Mutter hatte bei mir übernachtet und ich kam morgens ins Zimmer und bevor sie mir gratulieren konnte, habe ich erstmal bitterlich geweint...
Natürlich wusste ich, dass so etwas passieren kann. Ich habe dann den Entschluss gefasst nie mehr vor NMT (Nicht-Mens-Tag) zu testen.

Ich habe mich dann weiter auf die Suche nach einem passenden Spender gemacht und einen gefunden, der mir zusagte. Wir haben uns getroffen als er in der Umgebung war und hatten ein sehr nettes Gespräch. Er war mir sympathisch, auch wenn ich mit seinem Lebensstil nichts anfangen konnte. Verheiratet, 5 leibliche Kinder, seine Frau weiß über alles Bescheid und einige Spenderkinder. Aber wir wollten es versuchen.
Und so hatte ich meinen nächsten Versuch Anfang Juli, der aber leider negativ war. Ich wollte direkt im nächsten Zyklus weiter machen, aber da gab es dann Probleme mit meinem Spender. Er meldete sich tagelang nicht auf meine Whats App-Nachrichten, obwohl er diese gelesen hatte. Da war ich dann schon sehr wütend und enttäuscht, denn ist ja nicht zu viel verlangt sich kurz zu melden, auch wenn man nicht kann. Er hat erst kurz vor oder nach dem ES (Eisprung) geschrieben, ob er noch kommen solle, da hatte ich dann keine Lust mehr. Für mich hatte sich das dann damit erledigt, denn ich möchte einen Spender auf den ich mich verlassen kann.


Mit diesen zwei nicht so positiven Erlebnissen mit den privaten Spendern, war dieses Thema erstmal abgehackt für mich und ich habe begonnen mich nach anderen Alternativen umzuschauen.
Ich verbuche das nun unter Erfahrungen gesammelt. Immerhin habe ich gelernt auf was ich Wert legen will und wenn mein Gefühl nein sagt, dann wird der Mann sofort abserviert. Ich dachte wirklich zu Beginn ich muss froh sein, wenn ich überhaupt einen Spender finde und muss dann nehmen was ich bekommen, aber dem ist nicht so. Ich darf anspruchsvoll sein und meine Wünsche umsetzten.

Ich würde nie wieder einen Spender nehmen ohne vorher sein Gesundheitsattest gesehen zu haben. Das habe ich bei beiden Spendern nicht. Ja ich weiß, dass war sehr dumm, aber ich habe einige Monate später einen HIV-Test machen lassen, der zum Glück negativ war. Aus Fehlern lernt man...